Diplom

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Foto: Felix R. Krull        
   
Goldenes Vlies   Aah-hotpe   Weiße Weste
         
   
Rosa   Kleines Schwarzes   Muscheln
         
Die Diplomarbeiten haben einen Durchmesser von ca. 60 cm.

Der Mensch ordnet sich, seine Gesellschaft und Seine Umwelt in Systeme, damit er beruhigt ist. Denn was eingeordnet werden kann, ist weniger bedrohlich. Er schafft sich Mittels vielfältiger Rituale eine Art Schutzraum. Neben einem therapeutischen Charakter und dem Rhytmisieren zeitlicher Abläufe kann ein Ritual auch dazu dienen, soziale Grenzen und hierarchische Rangunterschiede darzustellen. Dabei sind die Handlungen symbolischer Natur, damit sie von einem großen Kreis verstanden werden. Die ausführende Person ist dabei oft durch besondere Kleidung und Schmuck gekennzeichnet. Das Ornat zeigt den Status des handelnden Menschen an und legitimiert ihn, das folgende Ritual durchzuführen.
Dabei ist kein Platz für persönliche Bedürfnisse und Wünsche, es zählt einzig die korrekte Durchführung des Rituals. Der Schmuck verleiht somit Würde. In vielen Kulturen sitzen die rituellen Schmuckstücke auf dem Kopf und im oberen Rumpfbereich. So wird die zentrale Rolle von Herz und Seele gezeigt und in gewisser Weise werden diese Regionen so nicht nur betont, sondern auch geschützt.
Meine Diplomarbeiten, große Kragen für den Hals- und Oberkörperbereich, greifen die historisch, kulturellen und religiösen Aspekte von Schmuck auf. Lediglich das Material, Porzellan, irritiert, wird es doch traditionell eher mit Tischkultur assoziiert, denn mit Schmuck.
Die Porzellankragen lehnen sich vor allem an riutellen Stücken an. Sie werden auf den Schultern getragen und rahmen so den Kopf des Trägers. Die Aufmerksamkeit des Gegenübers wird auf die Worte und Mimik des Geschmückten gelenkt. Aber auch die Haltung des Schmucktragenden verändert sich. Er ist gezwungen sich aufzurichten, gerade zu stehen und strahlt so eine besondere Würde aus. Ein Gewicht liegt auf und es liegt am Träger, wie er dieses wahrnimmt. Es kann liebevolle Umarmung oder unangenehme Last sein. Es kann einengen oder beschützen, verletzen oder beruhigen.